
Bilder für Website und Onlineshop: Der vollständige Leitfaden für Benennung, Größe, Format und Barrierefreiheit
Bilder auf deiner Website sind mehr als Dekoration. Sie entscheiden mit, ob Kundschaft kauft, wie schnell deine Seite lädt, ob Google dich in der Bildersuche findet und ob Menschen mit Sehbeeinträchtigung deinen Shop überhaupt nutzen können.
1. Der Dateiname – die Basis für Auffindbarkeit
In der Praxis werden Bilder trotzdem oft direkt vom Handy hochgeladen – mit Dateinamen wie IMG_2847.jpg und ohne Alt-Text. Dieser Leitfaden zeigt dir, wie du das änderst. Nach dem Lesen weißt du, wie Dateinamen, Formate, Größen, Alt-Texte und Bildrechte zusammenspielen. Und du kennst drei Tools, mit denen du das ohne Photoshop-Abo umsetzen kannst.
Suchmaschinen lesen Dateinamen. Ein Bild mit dem Namen IMG_2847.jpg sagt Google nichts. Ein Bild mit bio-olivenseife-lavendel-100g.jpg beschreibt präzise, was drauf ist – und taucht in der Bildersuche deutlich besser auf.
Tipp
Lege ein Dokument mit deinem Benennungsschema an. So benennt jede Person im Team Bilder nach derselben Logik – auch wenn neue Mitarbeitende dazukommen.
Sechs Regeln für gute Dateinamen:
- Beschreibend statt kryptisch. Der Name erklärt, was im Bild ist. Nicht produkt1.jpg, sondern schreibtischlampe-schwarz-led.jpg.
- Relevante Keywords einbauen. Verwende Begriffe, nach denen deine Kundschaft sucht – aber keine Keyword-Stopfung.
- Kurz halten. Ziel: unter 60 Zeichen. Jedes Wort braucht einen Zweck.
- Bindestriche statt Leerzeichen oder Unterstrichen. Google interpretiert Bindestriche als Worttrennung, Unterstriche nicht.
- Keine Sonderzeichen, Umlaute oder Großbuchstaben. ä, ö, ü, ß, Leerzeichen und Zeichen wie
()!&machen Probleme beim Hochladen oder in URLs. Also muesli-bio statt Müsli Bio!. - Konsistentes Schema. Einmal festgelegt, immer gleich. Zum Beispiel
produktname-variante-groesse.jpg.

2. Das richtige Bildformat wählen
Nicht jedes Bild ist gleich. Das falsche Format macht Dateien entweder unnötig groß oder unscharf.
JPG (JPEG) – Standard für Fotos. Kleine Dateigröße, gute Qualität, keine Transparenz. Nimm JPG für Produktfotos, Lifestyle-Bilder und Blog-Header.
PNG – für Grafiken, Logos und Bilder mit Transparenz (also durchsichtigem Hintergrund). Dateien sind deutlich größer als JPG. Nur einsetzen, wenn du Transparenz wirklich brauchst.
WebP und AVIF – moderne Formate, die bei gleicher Qualität 25–50 % kleiner sind als JPG. Alle aktuellen Browser unterstützen sie. Shopify und WooCommerce konvertieren hochgeladene Bilder oft automatisch in WebP. Wenn du die Wahl hast, lade gleich in WebP hoch.
SVG – für Logos, Icons und einfache Grafiken. SVGs sind Vektorgrafiken, also unendlich skalierbar und meist unter 10 KB groß. Nie für Fotos verwenden.

Entscheidungshilfe:
Vergleichstabelle Bildformate
| Bildtyp | Empfohlenes Format |
| Produktfoto | JPG oder WebP |
| Logo | SVG, Fallback PNG |
| Grafik mit Transparenz | PNG oder WebP |
| Icon | SVG |
| Blog-Header | JPG oder WebP |
3. Bildgrößen und Dimensionen
Zweite große Fehlerquelle: Bilder, die viel zu groß hochgeladen werden. Ein 4.000 × 3.000 Pixel großes Handyfoto wird auf deiner Website vielleicht mit 800 × 600 Pixel angezeigt – der Rest ist verschwendete Ladezeit.

Richtwerte für typische Einsatzzwecke:
- Produktbild-Thumbnail: 600 × 600 bis 800 × 800 Pixel
- Produkt-Hauptbild: 1.200 × 1.200 bis 2.000 × 2.000 Pixel (für Zoom-Funktionen)
- Hero-Bild auf Startseite: 1.920 × 800 bis 2.560 × 1.200 Pixel
- Blog-Headerbild: 1.600 × 900 Pixel (16:9-Format)
- Logo im Header: 400 × 100 Pixel als PNG oder SVG ohne feste Größe
Achtung
Retina-Displays zeigen Bilder in doppelter Pixeldichte. Wenn ein Bild auf der Seite mit 600 × 600 Pixel dargestellt wird, lade es idealerweise mit 1.200 × 1.200 Pixel hoch. Das ist der Kompromiss zwischen Schärfe und Ladezeit.
Die meisten Shopsysteme skalieren Bilder automatisch. Trotzdem solltest du beim Upload nicht das 20-Megapixel-Original einliefern – das belastet Speicher und Backup ohne sichtbaren Nutzen.
4. Dateigröße und Komprimierung – Ladezeit entscheidet über Umsatz
Jede Sekunde zusätzliche Ladezeit senkt die Conversion messbar (QUELLE BENÖTIGT: Studie zur Korrelation von Ladezeit und Conversion, z. B. Google/SOASTA oder Portent). Bilder sind auf den meisten Websites der größte Ladezeit-Faktor.
Zielwerte:
- Produktbilder und Blog-Bilder: unter 200 KB pro Bild
- Hero-Bilder auf Startseiten: unter 400 KB
- Icons und Logos: unter 20 KB
Das erreichst du durch Komprimierung:
- Verlustbehaftet (JPG, WebP): reduziert die Dateigröße stark, bei Fotos meist ohne sichtbaren Qualitätsverlust
- Verlustfrei (PNG, WebP lossless): behält 100 % der Qualität, reduziert die Dateigröße moderat
Faustregel
Bei JPG mit Qualitätsstufe 75–85 % bekommst du den besten Kompromiss aus Größe und Qualität. Bei WebP reicht meist 80 %.

Ein gut optimiertes Bild wirkt sich direkt auf die Core Web Vitals aus – also die Messwerte, mit denen Google die technische Qualität deiner Website bewertet und ins Ranking einfließen lässt.
5. Alt-Texte – Pflicht für Barrierefreiheit und SEO
Der Alt-Text (auch: Alternativtext) beschreibt, was auf einem Bild zu sehen ist. Menschen, die einen Screenreader nutzen, bekommen diesen Text vorgelesen. Google liest ihn ebenfalls und nutzt ihn, um Bilder einzuordnen.
Seit Inkrafttreten des Barrierefreiheitsgesetzes (EAA) sind Alt-Texte für die meisten Onlineshops in der EU Pflicht. Details dazu findest du in unserem ausführlichen Artikel zum Barrierefreiheitsgesetz.
So schreibst du gute Alt-Texte:
- Beschreibe, was im Bild passiert, nicht nur was es ist. „Frau trinkt Kaffee im Wiener Kaffeehaus“ ist besser als „Kaffee“.
- Kurz halten. 80–125 Zeichen sind ein guter Richtwert.
- Keyword natürlich einbauen, wenn es inhaltlich passt. Nicht stopfen.
- Kein „Bild von …“ oder „Foto zeigt …“ – Screenreader kündigen Bilder selbst an.
- Bei Produktbildern: Produktname plus beschreibende Details. Beispiel:
Bio-Olivenseife mit Lavendel, handgemacht in Österreich, 100 Gramm.
Alt-Text vs. Bildtitel vs. Bildbeschreibung: Der Alt-Text ist der einzige Eintrag, der für Barrierefreiheit und SEO wirklich zählt. Titel und Beschreibung sind optional.
Tipp
Rein dekorative Bilder (zum Beispiel ein Trennstrich oder ein Hintergrundmuster) bekommen einen leeren Alt-Text (alt=““). Das signalisiert dem Screenreader, dass er das Bild überspringen soll.
6. Bildrechte – was du auf der Website nutzen darfst
Ein unterschätzter Bereich mit hohem Abmahnrisiko. Jedes Bild auf deiner Website braucht eine geklärte Nutzungsgrundlage.

Die drei häufigsten Fälle:
Eigene Fotos. Du hast sie selbst gemacht oder dein Unternehmen hat sie beauftragt – dann liegen die Rechte bei dir. Achte bei beauftragten Shootings darauf, dass der Vertrag die Nutzungsrechte für Website, Shop und Social Media klar regelt. Sonst kann es Jahre später teuer werden.
Stockfotos. Plattformen wie Unsplash, Pexels, Adobe Stock, Shutterstock oder Getty Images lizenzieren Bilder. Prüfe immer die konkrete Lizenz:
- Royalty-free: einmal bezahlen, dauerhaft nutzen – meist mit Mengenbegrenzung je Projekt
- Rights-managed: Einzellizenz für eine spezifische Nutzung (Dauer, Medium, Region)
- Creative Commons: frei nutzbar, oft mit Namensnennungspflicht. Die CC-Varianten unterscheiden sich stark. CC0 ist vollständig frei, CC BY-NC verbietet kommerzielle Nutzung.
KI-generierte Bilder. Tools wie Midjourney, DALL-E oder Stable Diffusion produzieren individuelle Bilder. Die Rechtslage ist aber nicht vollständig geklärt. Manche Anbieter erlauben kommerzielle Nutzung nur in bezahlten Plänen. Und: Wenn das KI-Modell erkennbar mit urheberrechtlich geschütztem Material trainiert wurde und das Ergebnis einem geschützten Werk zu ähnlich sieht, kann die Nutzung trotzdem problematisch werden. Prüfe die Nutzungsbedingungen deines Tools, bevor du KI-Bilder kommerziell einsetzt.
Achtung
Bilder aus der Google-Bildersuche sind nicht automatisch frei nutzbar. „Im Internet gefunden“ ist keine Lizenz. Auch Screenshots von fremden Websites können Rechte verletzen.
7. Empfohlene Tools
Du brauchst keine teure Software, um Bilder richtig vorzubereiten. Diese drei Tool-Empfehlungen decken die meisten Anwendungsfälle ab.

Canva
Für Zuschnitte, einfache Bearbeitung, Vorlagen und Textgrafiken. Die kostenlose Version reicht für die meisten Shopbetreibenden. Die Pro-Version (etwa 12 € im Monat) bietet Markenvorlagen, einen Hintergrund-Entferner und Export in gängige Formate. Ideal, wenn mehrere Personen im Team Bilder aufbereiten und ein einheitlicher Look wichtig ist. → canva.com
Squoosh oder TinyPNG
Beide Tools komprimieren Bilder direkt im Browser, kostenlos. Squoosh (von Google) bietet mehr Kontrolle über Formate und Qualitätsstufen. TinyPNG ist schneller für Batch-Bearbeitung mit vielen Bildern auf einmal. Unsere Faustregel: Squoosh für einzelne Hero-Bilder, TinyPNG für viele Produktbilder. → squoosh.app · tinypng.com
Adobe Express oder Photopea
Für erweiterte Bearbeitung ohne Photoshop-Abo. Adobe Express ist in der Basisversion kostenlos. Photopea ist eine kostenlose Photoshop-Alternative direkt im Browser, inklusive Ebenen, Masken und Filtern. Gut geeignet, wenn du mehr als zuschneiden willst. → express.adobe.com · photopea.com
8. Häufige Stolpersteine
Diese Fehler sehen wir in fast jedem Shop, der zu uns kommt:
- Handyfotos direkt hochladen. Ein Foto mit 8 MB statt 150 KB bremst den Shop aus und belegt unnötig Speicher. → Vor dem Upload immer komprimieren und auf Zielgröße zuschneiden.
- Screenshots statt echter Bilder. Screenshots sind fast immer zu groß und in schlechter Qualität. → Echte Exporte aus dem Quell-Tool nutzen.
- Umlaute und Leerzeichen in Dateinamen. Führt zu kaputten URLs und Upload-Problemen. → Nur Kleinbuchstaben, Zahlen und Bindestriche.
- Ein Bild für alle Zwecke. Ein 3.000-Pixel-Hero-Bild als Thumbnail einzusetzen ist Verschwendung. → Pro Einsatzzweck eine eigene Variante.
- Alt-Text vergessen oder kopiert. „Bild1″, „Bild2″ oder derselbe Text für alle Bilder hilft weder SEO noch Barrierefreiheit. → Jedes Bild bekommt einen eigenen, beschreibenden Alt-Text.
9. Du willst das nicht selbst machen? Wir übernehmen.
Wenn du Hunderte Produktbilder hast oder dein Team keine Zeit für manuelle Vorbereitung hat, richten wir dir einen automatisierten Workflow ein. Was wir liefern:
- Benennungsschema und Größen-Templates, zugeschnitten auf deinen Shop
- Automatische Komprimierung und WebP-Konvertierung direkt beim Upload
- Alt-Text-Routine für neue Bilder, inklusive Teamschulung
10. Fazit
Gute Bilder auf der Website sind Fleißarbeit, aber keine Raketenwissenschaft. Wer einmal ein Schema festlegt – für Benennung, Formate, Größen und Alt-Texte – spart sich später stundenlange Korrekturschleifen. Nächster konkreter Schritt: Nimm dir ein Testbild, geh diesen Leitfaden Punkt für Punkt durch und lade es korrekt vorbereitet in deinen Shop. Danach kannst du dein Schema für alle weiteren Bilder wiederverwenden.
Quellen
- Google Web.dev – Bildoptimierung und Core Web Vitals: https://web.dev/learn/images/
- W3C Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.2 – Images Tutorial: https://www.w3.org/WAI/tutorials/images/
- European Accessibility Act – offizielle EU-Seite: https://ec.europa.eu/social/main.jsp?catId=1202
- Canva Help Center: https://www.canva.com/help/
- Squoosh – Google Image Compression: https://squoosh.app/
- (QUELLE BENÖTIGT: Studie zur Korrelation von Ladezeit und Conversion – z. B. Google/SOASTA-Daten oder Portent-Studie)
Inhalt
- Der Dateiname – die Basis für Auffindbarkeit
- Das richtige Bildformat wählen
- Bildgrößen und Dimensionen
- Dateigröße und Komprimierung – Ladezeit entscheidet über Umsatz
- Alt-Texte – Pflicht für Barrierefreiheit und SEO
- Bildrechte – was du auf der Website nutzen darfst
- Empfohlene Tools
- Häufige Stolpersteine
- Du willst das nicht selbst machen? Wir übernehmen.
- Fazit: SEO lebt – aber es verändert sich
